3 Jahre OV Kellinghusen - ein Rückblick

Dreijähriges Bestehen des Ortsverbands Kellinghusen!                                     03/2021

Wir blicken auf drei spannende, entwicklungsreiche und konstruktive Jahre zurück.

Im Februar 2018 wurde unser grüner Ortsverband Kellinghusen gegründet. Mit der Kommunalwahl im Mai 2018 standen wir sogleich vor unserer ersten großen Herausforderung - kurzfristig Kandidaten aufzustellen und einen Wahlkampf zu organisieren. In nur wenigen Monaten ist uns dies jedoch erfolgreich gelungen! Wir sind bei der Wahl angetreten und haben es aus dem Stand sogar auf 12,4% der Stimmen gebracht, so dass wir mit zwei Sitzen in den Kellinghusener Rat eingezogen sind.

Schnell konnten wir unter Beweis stellen, dass unser Themenkatalog sehr vielschichtig ist, denn hinsichtlich der Punkte Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit, Umweltschutz, Inklusion und soziale Gerechtigkeit gab und gibt es in Kellinghusen noch viel zu tun.

Wir freuen uns sehr, dass wir nach der Kommunalwahl mit unserem Mitglied Oliver Zantow den Vorsitz im Hochwasser- und Umweltausschuss der Stadt besetzen konnten und so wichtige Themen rund um den Umweltschutz aktiv voranbringen können. So wurde durch Oliver Zantow unter anderem die Erklärung der Stadt zur „Agenda 2030 - Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ auf den Weg gebracht. Die Stadt erklärt damit, sich für die Ziele nachhaltiger Entwicklung auf kommunaler Ebene zu engagieren und künftig eigene Strategien hierzu zu entwickeln. Auch das wichtige Thema Insektenschutz wird durch den Umweltausschuss weiter forciert, ebenso die Förderung regionaler Produkte in der Stadt.

Weiterhin hat sich unser Ortsverband im vergangenen Jahr für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in Kellinghusen eingesetzt. Diese wurden schon in verschiedenen Bundesländern komplett abgeschafft, in Schleswig-Holstein verzichten bereits 80% der Gemeinden freiwillig auf diese Mehrkosten für die Bürger. Kellinghusen gehört jedoch leider nicht zu diesen Kommunen, da unser Antrag im Rat keine Mehrheit fand und abgelehnt wurde. Mit Straßenausbaubeiträgen werden Grundstückseigentümer an einer Straße belastet, die ausgebaut oder ausgebessert wird. Die Summen, die dann durch die anteiligen Straßenbaukosten auf einzelne Anwohner zukommen, bewegen sich meist im vier- bis fünfstelligen Bereich.

 

Um das Engagement der Stadt für Inklusion zu verstärken, hat unser ehemaliger Kreistagsabgeordneter und Ortssprecher Marvin Wölk einen interfraktionellen Arbeitskreis für Inklusion begründet, aus dem schlussendlich der erfolgreiche Antrag für einen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen in Kellinghusen hervorging. Seit 2020 gibt es in unserer Stadt nun diese ehrenamtlich besetzte Stelle, die als Schnittschnelle zwischen der Verwaltung und Menschen mit Behinderungen fungiert.

 

Zudem haben wir uns im vergangenen Jahr für den Tagesmütterzusammenschluss „Störpiraten“ in Kellinghusen stark gemacht, da es uns ein Anliegen ist, Kellinghusen familienfreundlicher zu gestalten. Nachdem die Tagesmütter zuvor zunächst vergeblich um Unterstützung bei der Stadt angefragt hatten, konnten wir mit unserem Antrag einen freiwilligen Zuschuss für die Neugründung der Kindertagespflegeeinrichtung erwirken.

 

Mit Fachwissen und Sachverstand hat unser Bauprofi, Architekt und Ingenieur Heyo Buurman, maßgeblich das Entwicklungs- und Vermarktungskonzept für das Wohnquartier „Luisenberger Feld“ am Lokstedter Weg / Luisenberger Straße erstellt, um insbesondere jungen Familien den Traum vom Wohneigentum durch Errichtung von Einfamilien- Doppel- und Reihenhäuser erfüllen zu können,. Auch darüber hinaus bringt er viel Kompetenz und neue Ideen in den Bauausschuss ein und hat unter anderem einen Vorschlag ausgearbeitet, in dem ein begehbarer Holzsteg von der Kellinghusener Innenstadt über die Störwiesen bis zu den Tewestannen führen könnte, um die Störregion nachhaltig erlebbar zu gestalten.

 

Erfolgreich waren wir auch mit unserem Antrag, am Zu- und Abfluss des Klärwerks das Wasser auf multiresistente Keime kontrollieren zu lassen. Antibiotikaresistente Bakterien stellen eine zunehmende Gefahr dar, im Abwasser hauptsächlich verursacht durch den leichtfertigen Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft, und wurden an anderen Stellen in Deutschland bereits in Flüssen und Seen festgestellt. Kellinghusen deckt seine Trinkwasserversorgung ausschließlich über das Grundwasser. Ein großer Schlachtbetrieb im Ort erhöht das Risiko von derartigen Keimen im Grund- und somit Trinkwasser, so dass wir Probenentnahmen und regelmäßige Kontrollen unseres Wassers zum Schutz der Gesundheit aller Bürger für sehr wichtig halten. Zweimal jährlich werden nun am Abfluss des Klärwerks in die Stör, an der Einleitung ins Klärwerk seitens Tönnies sowie an der Einleitung ins Klärwerk aus dem restlichen Kellinghusen Proben entnommen.

 

Die Erweiterung des Kellinghusener Schlachthofs (vormals Thomsen, dann Tönnies) verfolgen wir seit unsere Gründung kritisch, denn es war zu befürchten, dass ein riesiger Massenschlachtbetrieb mit entsprechend negativen Folgen für Umwelt, Tierschutz und das Image unserer Stadt entstehen würde. Wir haben seit unserer Gründung gewarnt, dass Tönnies nicht wie allgemein erwartet zahllose Arbeitsplätze für die Region bringen, sondern größtenteils Arbeiter aus Osteuropa beschäftigten und hier vor Ort keine Unsummen an Gewerbesteuern einbringen würde, was sich schließlich leider bewahrheitet hat.

 

Im Jahr 2018 wurde u.a. durch Anja Halbritter, Mitbegründerin des Ortsverbands und Mitglied im Kreisvorstand, ein überparteilicher Stützkreis ins Leben gerufen, der sich für die Belange der osteuropäischen Werkvertrags-Arbeiter*innen bei Tönnies einsetzt, um diese vor Ausbeutung zu schützen. 2020 haben wir zudem eine Resolution an den Landtag angestossen, im Rat durchgesetzt und erarbeitet, die auf ein Wohnraumschutzgesetz in Schleswig-Holstein drängt (wie es ein solches zum Beispiel bereits in Hamburg gibt). Ein derartiges Gesetz soll mit festgelegten Mindeststandards für Wohnraum zum einen für bessere Wohnbedingungen der osteuropäischen Arbeiter sorgen, die meist in heruntergekommenen Behausungen leben mussten. Zum anderen soll es auch grundsätzlich Mieter schützen, so dass sich Vermieter an verwahrlosten Wohnungen nicht mehr bereichern können. Selbstverständlich werden wir auch weiter die Entwicklungen rund um den Schlachthof kritisch begleiten.

 

Wir freuen uns, dass wir rückblickend bereits in so kurzer Zeit so viel für unsere Stadt bewegen konnten und die politische Landschaft im Ort mit unserer Gründung abwechslungsreicher, sozialer und nicht zuletzt ein Stück unabhängiger und transparenter geworden ist. Auch weiterhin werden wir uns für unsere Bürger, Umweltschutz, Integration und Inklusion sowie soziale Gerechtigkeit in Kellinghusen einsetzen und blicken voller Tatendrang auf die kommenden Jahre!

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