A20 Tunnelbau - eine Grüne Stellungnahme

A20 Tunnel unter der Elbe

Manfred Sallach, Kreissprecher der Grünen, über die A20 und den geplanten Tunnelbau:

„Warum brauchen wir die A20 und den Elbtunnel bei Kollmar und Glückstadt nach Drochtersen?
Weil der Hamburger Elbtunnel voll ist und somit um etwa 16.000 Transit-Fahrzeuge pro Tag entlastet werden soll. Es ist also ein Lösungsversuch gegen das Verkehrschaos in der Hamburger Metropole.

Die Idee stammt aus den Anfängen der 1990er Jahren. Damals haben Planer den Autoverkehr als einzige ökonomische Maßnahme angesehen. Die Bahn musste sparen und Strecken schließen. An Radwege und ÖPNV Ausbau haben zu wenige gedacht. Und dies, obwohl schon damals das Problem des Großraums Hamburg die Pendlerverkehre waren. Arbeitspendler nach und innerhalb von Hamburg sind auch heute noch maßgeblich an der Straßenbelastung beteiligt. Mittlerweile haben die meisten Menschen eingesehen, dass wir die Erderwärmung nicht stoppen werden, wenn wir den motorisierten Individualverkehr (MIV) nicht verringern. Die Konzepte, auch in und um Hamburg haben sich verändert.

Die A20 aber ist ein Prestigeobjekt, welches weiter verfolgt werden muss, damit CDU und FDP in Schleswig Holstein nicht ihr Gesicht verlieren. Leider haben wir Grünen uns im aktuellen Koalitionsvertrag, wider besseren Wissens, zur Weiterführung des A20 Projektes verpflichten lassen.

Sinnvoll ist der Tunnel zwischen Glückstadt/Kollmar und Drochtersen aber nicht. Aktuell werden die Baukosten mit 1,5 Mrd. Euro geschätzt. Der A7 Elbtunnel soll um etwa 16.000 Fahrzeuge, davon 3000 LKW, entlastet werden. Ich nehme mal an, dass 2000 Pendler aus SH und Niedersachsen auch fahren. Jede Fahrt kostet also knapp sechs Euro, wenn der Tunnel über 40 Jahre abgeschrieben wird. Das zahlen aber nicht die Nutzer, wir alle werden zur Kasse gebeten, denn eine Gebühr (Maut) soll nicht erhoben werden.

Vor 30 Jahren erdacht wird heute Beton ausgebracht um traditionelle Kulturlandschaft zu versiegeln und zu zerschneiden. Vorhandene Sozial- und Kulturräume um Süderau, Herzhorn, Steinburg, Sommerland, Engelbrechtsche Wildnis, Hohenfelde, Kollmar, Glückstadt und Grevenkop werden zerschnitten. Eine Autobahntrasse ist eine Barriere nicht nur für Tiere, auch für Menschen, die an ihr leben müssen. Die Karte der Planung kann man sich übrigens unter https://www.deges.de/ (Direktlink zum pdf Dokument) ansehen. Das dabei auch wertvolle Naturflächen und Schutzgebiete zerstört werden, wird zu leichtfertig hingenommen.

Versprochen wird den betroffenen Kommunen ein wirtschaftlicher Aufschwung durch Gewerbeansiedlung an der A20 Trasse. Ich vermute, es werden sich vor allem transportintensive Gewerbe umsiedeln, die bislang über den Kreis Steinburg und Dithmarschen verteilt in den Kommunen existieren. Eine Verlagerung hin zur Autobahn führt zu entsprechender steuerlicher Benachteiligung der betroffenen Kommunen, die ihre Gewerbetreibenden verlieren.

Ich plädiere für einen Stopp des A20 Tunnel Projektes. Es kostet zu viel Steuer-Geld, welches wir besser einsetzen können. Wir sollten die Bahnverbindungen in Richtung Hamburg und in Richtung Ostsee stärken. Den Busverkehr für Pendler attraktiv gestalten. Radfahrer*innen den Weg zur Arbeit oder Schule erleichtern und motorisierten Individualverkehr (MIV) durch intelligente Sharing Systeme verringern. Zur Entlastung der Nord-Süd LKW Verkehre bietet sich übrigens weiterhin eine Fähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven an. Viel günstiger als ein Tunnel und sehr schnell wieder herzustellen.

Wenn eine Straße und Tunnel gebaut werden, dann werden diese zu einer weiteren finanziellen Belastung für die heute junge Generation. Erfahrungsgemäß werden solche Bauwerke nie wieder entfernt. Den Erhaltungsaufwand tragen wir alle dann gemeinsam in Ewigkeit. Ob sinnvoll oder auch nicht, die Kosten bleiben enorm"

Manfred Sallach Vorstandssprecher der Grünen im Kreis Steinburg

Die Stellungnahme als .pdf Dokument

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